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Die Hanse  | Gilde | Zünfte | Bankwesen

Die Hanse ist ein spätmittelalterlicher Bund deutscher Kaufleute, die sich zur gemeinsamen Wahrnehmung von Handelsinteressen im Ausland und zu gegenseitigem Schutz zusammenschlossen.

Entstehung

Kogge

Handelsweg
Seit dem 12.Jh. erlebte der Handel durch den Bau neuer Schiffstypen einen mächtigen Aufschwung im Nord- und Ostseeraum. Diese sogenannten Koggen waren wesentlich schneller, seetüchtiger und größer als die Schiffe zuvor. Mit ihnen konnten die Waren wesentlich schneller und billiger geliefert werden, d.h. es konnten größere Gewinne erzielt werden. Um diese teuren Schiffe finanzieren zu können, schlossen sich Kaufleute, die regelmäßig Handel trieben zu Genossenschaften, den sogenannten Hansen zusammen. Der Bau und die Ausrüstung der Schiffe war in der Gemeinschaft erschwinglicher. Auch war der eventuelle Verlust eines Schiffes durch Sturm oder Piraten leichter zu verkraften. Absicht der Hansen war es an den Zielorten Vorrechte wie freie Ein- und Ausfuhr sowie die Ausschaltung der Konkurrenz zu erlangen.
Die Mitglieder der Hansen versorgten ihre Städte mit Lebensmitteln, Handelswaren und übernahmen die Ausfuhr der in der Stadt erzeugten handwerklichen Produkte. Sie beherrschten als Patrizier die Politik ihrer Stadt. Mit ausländischen Herrschern schlossen die Hansemitglieder langfristige Verträge. Beispielsweise ließen sie sich ein Monopol für viel Güter zusichern.

Hanse als Wirtschaftsmacht    

Um den Warenaustausch, ihre Gewinne und damit auch ihre Wirtschaftsmacht zu steigern, bauten die Hansekaufleute eine moderne Handelsorganisation auf.
An den wichtigsten Handelsplätzen Nord- und Osteuropas gründeten sie feste Niederlassungen, sogenannte Kontore. Wichtige Kontorenstädte waren beispielsweise London und Bergen.
In diesen Kontoren besaßen sie
  1. Stapel- und Liegeplätze
  2. Eigene Hafenbezirke mit Kränen
  3. Büros für ihre Mitglieder
  4. Das Recht die Maß- und Münzordnung festzusetzen
  5. Eigenes Gericht für kleinere Streitfälle
Die Zentrale der Firmen lag in den Hansestädten, z.B. Lübeck oder Hamburg. Dort saßen die Unternehmer. Deren Söhne, Verwandte und Angestellte waren im Außendienst und in ausländischen Kontoren tätig. Um das Interesse der Familie am Geschäft zu wecken, erhielten die Mitglieder vom Unternehmen Geschäftsbeteiligungen.
Der reiche Gewinn wurde von den Unternehmern in ihren Heimatstädten = Hansestädten angelegt, d.h. Hansestädte waren im allgemeinen sehr wohlhabend.

Städtebund der deutschen Hanse    

In der Mitte des 14.Jh. entwickelte sich aus den einzelnen Kaufmannsbünden der Städtebund der deutschen Hanse. Lübeck war führende Stadt in der Hanse und Drehscheibe des Handels zwischen Nord- und Ostsee.
In ihrer Blütezeit gehörten fast 200 Städte der deutschen Hanse an. Auf sogenannten Hansetagen wurde das gemeinsame Vorgehen der Hansestädte abgesprochen. Diese Hansetage fanden meist in Lübeck statt. Hielten sich Hansestädte nicht an die gefaßten Beschlüsse, wurden sie ausgeschlossen und mit wirtschaftlichen Sanktionen belegt.

Die Hanse schloß Bündnisse und führte Kriege, als ob sie ein selbständiger Staat wäre. 200 Jahre lang war sie der Herr über die Nord- und Ostsee. Erst im 16.Jh. überflügelten Engländer und Holländer die Hanse. Viele Staaten hoben ihre Vorrechte auf und schlossen die Kontoren.
Weiterhin führten regionale Interessenkonflikte zum Zusammenbruch der Hanse. 1630 bestand die Hanse nur noch aus den Städten Lübeck, Hamburg und Bremen.